|
|
|
| |
aus der Sicht einer heutigen Graezistin
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Lust auf die Lektüre bekam ich durch die Beschäftigung mit der "Sophistik" und dachte schon, ich könnte auch Menschen aus der weiteren Umgebung mit derlei Konzeptionen Freude bereiten. Doch selbst ist die "Frau"... Nachdem ich dieses Werk Schopenhauers erstanden hatte, verging ein aktives Philosophie-Seminar mit Überblick über Platon, Aristoteles und Epikur. Die Sophisten waren immerhin das Einstiegsthema gewesen, und zwar lehrt Prodikos die Eristik ("um den Gegner durch Scheinuntersuchungen widerlegen zu können")- und Wikipedia sei gedankt - fand ich den Verweis auf die "Eristische Dialektik Arthur Schopenhauers. Man liest auf Seite 10 von der "natürlichen Schlechtigkeit des menschlichen Geschlechtes". Darüber darf sich jedermann lustig machen, der 150 Jahre später nicht in Deutschland lebt und nicht nur zwei Weltkriege verloren hat, sondern auch noch dafür diskreditiert wird. Und v.a. auch jene fingerzeigenden Beherberger des "schwarzen Humors". (natürlich geht es schicker: E.v. Hartmann kritisierte schon seinerzeit die "Verneinung der Welt" als "feige persönliche Entsagung" - oder H. Graf Keyserling verhöhnte das Artistentum Schopenhauers, bei dem es innerlich wie äußerlich stets um bloße Darstellung gegangen sei. Jetzt sollte man sich unbedingt das Monty Python Video anschauen <object width="480" height="385"><embed src="http://www.youtube.com/v/ur5fGSBsfq8&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object> Als Brite darf man sich demnach lustig machen über deutsche- und griechische "Nationalheilige". Schuss zurück: es hätte keinen Holocaust an Juden im 2. Weltkrieg gegeben, wenn IHR nicht als Mandatsverwalter Palästinas den Juden bis 1942 die Einreise militärisch verhindert hättet, weil euch die politischen und ökonomischen Beziehungen zu den arabischen Ländern wichtiger waren. - a)Königsberg ist der gemeinsame Geburtsort von Schopenhauer und Immanuel Kant. Schopenhauer behält durchweg seinen ostpreußischen Satzbau bei, auch bei posthumer Veröffentlichung im Jahre 1864. Niemals werde ich den Satz des Heimat-Vertriebenen-Kollegen vergessen: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." - b)Schopenhauer nimmt immer wieder Bezug auf das Hauptwerk seines Königsberger Kollegen Kant ("Kritik der reinen Vernunft") und damit kommen beide zu Aristoteles. Natürlich war Shakespeare am Hofe Elisabeth I. bereits dichterischer und literarischer Pionier der Übersetzung der Antike in die Neuzeit - und deshalb habt ihr auch das Unterrichtsfach Drama noch immer als Hauptfach an euren allgemeinbildenden Schulen. Zurück zum Gegenstand: Bei Kant triumphiert die Gesinnung - und damit immerhin ein "sinnlicher" Teil - über die Urteilskraft; - aber Konsens der philologischen Philosophen ist : das theoretische Leben bleibt wie bei Aristoteles in höherem Sinne glückstauglich. - und Konsens aus Königsberg: menschliches Handeln als zielgerichtete Bewegung ist nur dann nicht "leer und sinnlos", wenn es ein Ziel gibt, "das wir um seiner selbst willen und das andere um seinetwillen wollen", eben das Glück. Wir nähern uns mit Zweckfreiheit und Vermeidung des Utilitarismus an die Aristokratie des 19. Jahrhunderts an, deshalb zitiert S. im 1. Kapitel ausschließlich Aristoteles. Schopenhauer bekennt auch freimütig, nur deshalb philosophieren zu können, weil er eine Bank besitzt. Und als praktischer Bekenner zum theoretischen Leben gibt er eine großartige Definition der Justiz mit einem lateinischen Zitat Senecas: Gesetzestexte / Paragraphen werden im Kunstgriff 30" zur Autorität erklärt: die Leute wissen aber nicht, dass wer Profession von der Sache macht, nicht die Sache liebt, sondern seinen Erwerb ... allein für das Vulgus gibt es gar viele Autoritäten die Respekt finden ... Vor Gericht wird eigentlich nur mit Autoritäten gestritten, die Autorität der Gesetze ... die Dialektik hat aber Spielraum genug, indem, erforderlichen Falls, der Fall und ein Gesetz, die nicht eigentlich zu einander passen, gedreht werden, bis man sie für zu einander passend ansieht: auch umgekehrt." (S. 73/75) Mögen uns die Aristokratie-Besitzer noch häufig mit der Nase auf ihren Fundus führen.
Eine Rezension von Selene "Spreiterin" > Berlin
vom 3. April 2010 | | |
| | | | |
| | | Zur Übersicht ... |
 |  |  |  |  |  | | |
| |
Angebote zu , ab 1 Euro!
|
| Siehe auch folgende Artikel: |
|
|  | | Psychologie der Massen Aphorismen zur Lebensweisheit Die Kunst, mit Frauen umzugehen Die Welt als Wille und Vorstellung: Volls... Schopenhauer für Gestreßte: Ausgewählt vo...
|
| | Mehr zu 19. Jahrhundert, Idealismus
|
| | Home ..., , Begleitseite ... |
|
|
| | Herausgeber dieser Seite ist DomainLoc.com GmbH - Partner von |
Copyright © DomainLoc.com GmbH (Impressum) |
| |