Die glühende Krone: Die Staufer und ihre Zeit
von



 
Populärhistorie mit Mängeln
• • • • •   (bewertet mit 3 von 5 Punkten)

"Die glühende Krone" behandelt die Geschichte der Staufer ab Friedrich I Barbarossa bis Konradin und die der Staufer-Zeit allgemein. Die Vorgangsweise ist eine "populärhistorische", das Buch stellt also nie den Anspruch gelehrt oder gar wissenschaftlich zu sein - was nicht unbedingt ein Fehler ist. So wird die Geschichte abwechselnd erzählerisch aus der Sicht einer fiktiven (?) Grafenfamilie im Dunstkreis der Staufer und dann theoretisch mit den nötigen Hintergrundinformationen erzählt. Hier werden nicht nur politische Aspekte flott und manchmal auch erfrischend bissig erklärt, sondern auch die Lebensumstände dieser Zeit. Das macht dieses Buch zur idealen Einstiegslektüre für Leser, die wenig bis gar nichts über diese Zeit wissen. Aber.

Breuers unterscheidet nicht immer zwischen Legenden, Anekdoten und überlieferten Ereignissen. Der Leser sollte die Möglichkeit haben zu wissen welche Informationen glaubhaft sind und welche weniger, auch in einem solchen Buch. Eine Todsünde für mich ist das Fehlen von Quellenangaben bei den theoretischen Kapiteln. Breuers schreibt manches was mir neu ist. Nur, wie soll ich dem nachgehen wenn ich nicht weiß, woher er seine Informationen hat?

Während die Hauptpersonen, die Staufer, relativ (!) ausgewogen charakterisiert werden, fällt Breuers bei den Anjou-Plantagenets aus der Rolle. Vollkommen disqualifiziert er sich für mich bei der Behandlung der Gefangennahme Richards I. Die Umstände sind verzerrt bis falsch darstellt. Bzw., siehe fehlende Quellen, falls er tatsächlich Belege für seine abweichende Darstellung hat, wie soll der Leser das nachvollziehen?
Und einfach absurd ist Breuers Behauptung das Portät des John I in den alten "Robin Hood"-Filmen wäre korrekt. Diese fragwürdige Schwarz-Weiß-Malerei ist umso verwunderlicher, wenn man sieht, daß er vor allem bei Friedrich II sehr wohl zu einer ausgewogenen Darstellung fähig ist.

Das Buch ist eine lockere und durchaus nette Art sich mit den Staufern und ihrer Zeit vertraut zu machen - im Umgang mit der Geschichte für meinen Geschmack teilweise aber zu locker. Populärhistorie ist kein Freibrief.
Eine Rezension von kyrrdis > Wien, Österreich
vom 10. Juni 2004
Kundenrezensionen:
3. Ordentliches Buch zur Stauferzeit
2. Populärhistorie mit Mängeln (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Absolut Lesenswert
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